Namen und Details in dieser Geschichte sind frei erfunden – sie soll beispielhaft veranschaulichen, wie ein Alltag mit starker Sehbehinderung aussehen kann. Ein Beispiel, wie es aussehen kann: Sarah, 34, arbeitet als Sachbearbeiterin bei einer Versicherung in Bern und ist seit einer Netzhauterkrankung im jungen Erwachsenenalter hochgradig sehbeeinträchtigt.
Der Morgen: Routine als Anker
Sarahs Wecker liest ihr per Sprachausgabe die Uhrzeit vor, ihr Smartphone ist komplett auf -Bedienung eingestellt. Beim Frühstück hilft ein , um Gewürzdosen zu unterscheiden, die sich gleich anfühlen. Zur Arbeit nimmt sie den Zug – mit dem und einer gut eingeübten Route, die sie beim Orientierungstraining gelernt hat. Am Bahnhof hilft ihr das taktile Leitliniensystem, den richtigen Perron zu finden; Durchsagen und ein auf dem Weg dorthin ergänzen die Orientierung.
Im Büro nutzt Sarah eine zusätzlich zur Sprachausgabe, wenn sie längere Texte konzentriert Korrektur liest – für sie eine Frage der Lesequalität, nicht nur der Barrierefreiheit. Nicht alle internen Programme ihres Arbeitgebers sind gleich gut zugänglich; bei einer neuen Software musste die IT-Abteilung nachbessern, nachdem Sarah auf fehlende Tastaturbedienbarkeit hingewiesen hatte. Das Beispiel zeigt: Rückmeldungen von Betroffenen wirken sich direkt auf die Praxis aus, wenn Organisationen bereit sind, zuzuhören.
Der Feierabend: Selbstverständlichkeit statt Ausnahmezustand
Nach der Arbeit trifft sich Sarah in dieser Beispielgeschichte regelmässig mit Freund:innen zum Sport – sie spielt seit einem Jahr in einer Goalball-Trainingsgruppe mit, was ihr nicht nur körperlichen Ausgleich, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl gibt. Für den Wocheneinkauf nutzt sie eine App mit Bilderkennungsfunktion, um Produkte zu identifizieren, kombiniert mit ihrer Erfahrung im vertrauten Laden um die Ecke.
Was an dieser beispielhaften Geschichte deutlich wird: Ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben mit Sehbehinderung ist längst Realität – getragen von einer Mischung aus persönlicher Routine, geeigneten Hilfsmitteln und einem Umfeld, das mitdenkt. Genau solche Perspektiven fliessen auch in die Arbeit von Blindklusiv ein, etwa in unsere Sensibilisierungsanlässe, bei denen Menschen mit eigener Seherfahrung direkt aus ihrem Alltag berichten.
- Fiktive, aber realitätsnahe Beispielgeschichte einer Person mit starker Sehbehinderung
- Zeigt das Zusammenspiel von Hilfsmitteln, Routine und einem mitdenkenden Umfeld
- Verdeutlicht die Bedeutung von direktem Feedback an Arbeitgeber und Anbieter