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JAWS & NVDA: Die wichtigsten Screenreader-Programme im Überblick
JAWS und NVDA sind die zwei bekanntesten Screenreader-Softwareprodukte für Windows, die blinden und stark sehbeeinträchtigten Menschen den Zugang zu Computern über Sprachausgabe und Braillezeile ermöglichen. JAWS ist eine kostenpflichtige, sehr verbreitete Lösung mit umfangreichem Funktionsumfang, während NVDA eine kostenlose Open-Source-Alternative mit wachsender Nutzerbasis ist. Beide lesen Bildschirminhalte vor und ermöglichen so die vollständige Bedienung von Betriebssystem, Browser und Programmen ohne visuelle Kontrolle.
Wie funktioniert JAWS & NVDA (Screenreader-Software)?
JAWS (Job Access With Speech) und NVDA (NonVisual Desktop Access) arbeiten als Schnittstelle zwischen Betriebssystem und Nutzerin oder Nutzer, indem sie Bildschirminhalte in Sprache oder Brailleausgabe umwandeln.
Zentrale Merkmale beider Programme:
- Tastaturnavigation: Die komplette Bedienung erfolgt über Tastenkombinationen statt Maus.
- Sprachausgabe: Texte, Menüs und Schaltflächen werden akustisch vorgelesen.
- Braillezeilen-Unterstützung: Inhalte lassen sich zusätzlich taktil über eine Braillezeile ausgeben.
- Kompatibilität mit ARIA: Beide Programme nutzen ARIA-Attribute, um komplexe Web-Elemente korrekt zu interpretieren.
Der wesentliche Unterschied liegt im Geschäftsmodell: JAWS wird kostenpflichtig lizenziert und punktet mit spezialisiertem Support für Unternehmensumgebungen, während NVDA kostenlos und quelloffen ist und dadurch besonders im privaten und schulischen Bereich verbreitet ist.
Warum ist JAWS & NVDA (Screenreader-Software) wichtig?
JAWS und NVDA sind für viele blinde Menschen die entscheidende Voraussetzung, um überhaupt einen Computer beruflich oder privat nutzen zu können.
- Berufliche Teilhabe: Ohne funktionierenden Screenreader ist digitale Arbeit für blinde Personen kaum möglich.
- Kostenfrage: NVDA senkt durch seine Kostenlosigkeit die Zugangshürde erheblich, besonders für Schulen und Privatpersonen.
- Testrelevanz: Für Unternehmen sind beide Programme wichtige Testwerkzeuge, um die Barrierefreiheit eigener Websites und Anwendungen zu prüfen.
- Risiko schlecht programmierter Software: Fehlende Alternativtexte oder ARIA-Struktur können dazu führen, dass selbst der beste Screenreader Inhalte nicht korrekt vorlesen kann.
Genau solche Praxistests gehören zu den Digitale Barrierefreiheit, die Blindklusiv mit sehbeeinträchtigten Personen durchführt, um digitale Angebote wirklich barrierefrei zu machen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
JAWS und NVDA sind konkrete Softwareprodukte und damit eine spezifische Ausprägung des allgemeinen Begriffs , der die gesamte Kategorie solcher Vorleseprogramme umfasst. Für die korrekte Interpretation komplexer Weboberflächen sind beide Programme zudem auf angewiesen, das zusätzliche Informationen für assistive Technologien bereitstellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist NVDA genauso leistungsfähig wie JAWS?
NVDA hat in den letzten Jahren stark aufgeholt und deckt viele Alltagsanwendungen gut ab, in spezialisierten Unternehmensumgebungen gilt JAWS jedoch oft weiterhin als etablierter.
Funktionieren JAWS und NVDA auch mit Browsern und Office-Programmen?
Ja, beide sind so konzipiert, dass sie mit gängigen Browsern, E-Mail-Programmen und Office-Anwendungen zusammenarbeiten.
Warum sollten Unternehmen ihre Website mit JAWS oder NVDA testen?
Weil solche Tests aufdecken, ob Inhalte für Screenreader-Nutzende tatsächlich verständlich und bedienbar sind, was mit rein visueller Prüfung nicht erkennbar ist.