Glossar · M

Makuladegeneration (AMD): Wenn das scharfe Sehen in der Mitte fehlt

Makuladegeneration (AMD) ist eine altersbedingte Erkrankung der Netzhautmitte, die das scharfe, zentrale Sehen beeinträchtigt und vor allem ältere Menschen betrifft. Lesen, Gesichter erkennen oder Feindetails wahrnehmen wird dadurch zunehmend schwierig, während das periphere Sehen meist erhalten bleibt. Mit Vergrösserungshilfen und angepasster Beleuchtung lässt sich die Selbstständigkeit im Alltag oft lange bewahren.

Wie funktioniert Makuladegeneration (AMD)?

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) betrifft die Makula, den Bereich des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Dort sitzen besonders viele Sehzellen, die für Details, Farben und das Erkennen von Gesichtern zuständig sind. Bei AMD werden diese Zellen im Laufe der Zeit geschädigt, wodurch ein grauer oder verzerrter Fleck im Zentrum des Sichtfelds entsteht.

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Trockene AMD: die häufigere Form, verläuft meist langsam über Jahre
  • Feuchte AMD: seltener, aber schneller fortschreitend durch krankhafte Gefässneubildungen unter der Netzhaut

Typische Anzeichen sind verzerrtes Sehen gerader Linien, ein zunehmend unscharfer Bereich in der Bildmitte sowie Schwierigkeiten beim Lesen kleiner Schrift. Das äussere Gesichtsfeld und damit die grobe Orientierung im Raum bleiben meist erhalten, weshalb Betroffene oft noch selbstständig gehen können, aber beim Erkennen von Details auf Hilfe angewiesen sind.

Warum ist Makuladegeneration (AMD) wichtig?

AMD ist in der Schweiz und weltweit eine der häufigsten Ursachen für Sehbehinderung im höheren Lebensalter. Da die Bevölkerung altert, gewinnt das Thema gesellschaftlich und wirtschaftlich an Bedeutung.

Für Betroffene und ihr Umfeld ist es wichtig zu wissen:

  • Frühe Diagnose zählt: Besonders bei der feuchten AMD kann eine rechtzeitige Behandlung das Fortschreiten verlangsamen
  • Restsehvermögen nutzen: Vergrösserungssoftware, Lupen und gute Kontraste erleichtern das Lesen und Erkennen erheblich
  • Selbstständigkeit erhalten: Angepasste Beleuchtung und taktile Markierungen im Wohnbereich reduzieren Stolperfallen
  • Soziale Teilhabe: Das Nicht-Erkennen von Gesichtern führt oft zu Missverständnissen im sozialen Umfeld

Betriebe und Institutionen, die mit älteren Kundinnen und Kunden oder Mitarbeitenden zu tun haben, profitieren von Schulungen von Blindklusiv, um den Umgang mit Menschen mit Low Vision im Alltag zu verbessern.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Im Gegensatz zur , die zuerst das äussere Gesichtsfeld einschränkt, betrifft die Makuladegeneration primär das zentrale Sehen. Menschen mit AMD gelten oft als Fall von , da meist ein nutzbares, aber eingeschränktes Sehvermögen erhalten bleibt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann Makuladegeneration zur vollständigen Erblindung führen?

Eine vollständige Erblindung ist selten, da das periphere Sehen meist erhalten bleibt. Das zentrale Sehen kann jedoch so stark eingeschränkt sein, dass Lesen und Erkennen von Details ohne Hilfsmittel kaum mehr möglich sind.

Was kann man selbst gegen AMD tun?

Eine ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen und regelmässige augenärztliche Kontrollen gelten als förderlich. Bei ersten Anzeichen wie verzerrtem Sehen sollte zeitnah eine fachärztliche Abklärung erfolgen.

Welche Alltagshilfen gibt es bei AMD?

Vergrösserungssoftware, elektronische Lupen, Vorlesegeräte und eine kontrastreiche Gestaltung von Wohnung und Dokumenten helfen, mit dem eingeschränkten zentralen Sehen besser zurechtzukommen.

← zurück zur Glossar-Übersicht