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Paralympics: Höchstleistung und Sichtbarkeit für Sport mit Behinderung
Die Paralympics sind die weltweit grösste Multisport-Veranstaltung für Athletinnen und Athleten mit körperlichen, visuellen oder kognitiven Beeinträchtigungen und finden im gleichen Jahr und Austragungsort wie die Olympischen Spiele statt. Sie umfassen zahlreiche Sommer- und Winterdisziplinen, darunter auch speziell für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen entwickelte Sportarten wie Goalball. Die Paralympics tragen massgeblich zur öffentlichen Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung bei.
Wie funktioniert Paralympics?
Die Paralympics werden vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) organisiert und finden seit 1960 regelmässig statt. Athletinnen und Athleten werden je nach Art und Grad ihrer Beeinträchtigung in verschiedene Startklassen eingeteilt, damit ein fairer Wettkampf innerhalb vergleichbarer Voraussetzungen möglich ist.
Für Menschen mit Sehbehinderung existieren eigene Klassifizierungen, die den Grad des verbliebenen Sehvermögens berücksichtigen. Je nach Klasse tragen Athletinnen und Athleten zusätzlich Augenmasken, um einheitliche Bedingungen herzustellen, wie es beispielsweise bei Goalball oder beim paralympischen Schwimmen der Fall sein kann.
- Sportklassen: Einteilung nach funktionellem Sehvermögen, etwa B1 für vollständige oder nahezu vollständige Blindheit bis B3 für ein geringeres Ausmass an Sehbehinderung.
- Begleitpersonen: In Disziplinen wie Leichtathletik oder Skisport laufen oder fahren Guides gemeinsam mit blinden Athletinnen und Athleten.
- Breites Disziplinspektrum: Von Leichtathletik über Schwimmen bis zu Goalball und Judo.
Die Paralympics finden alle vier Jahre statt und wechseln zwischen Sommer- und Winterausgabe, jeweils kurz nach den Olympischen Spielen am selben Austragungsort.
Warum ist Paralympics wichtig?
Die Paralympics sind weit mehr als ein sportliches Ereignis. Sie prägen das öffentliche Bild von Behinderung und zeigen sportliche Höchstleistungen, die Vorurteile abbauen.
- Sichtbarkeit und Vorbilder: Paralympische Athletinnen und Athleten werden zu Vorbildern und verändern gesellschaftliche Wahrnehmung von Behinderung.
- Förderung des Behindertensports: Die mediale Aufmerksamkeit stärkt die Finanzierung und den Ausbau von Trainingsangeboten.
- Empowerment: Sportlicher Erfolg stärkt das Selbstbewusstsein und die von Menschen mit Behinderung.
- Risiko der Verklärung: Kritisch diskutiert wird der sogenannte "Inspiration Porn", bei dem Behinderung primär als Kulisse für Rührung statt als normaler Lebensalltag dargestellt wird.
Für Unternehmen und Schulen eignen sich die Paralympics als guter Gesprächseinstieg in einen Sensibilisierungsanlass, um Klischees über Behinderung sachlich zu hinterfragen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Die Paralympics sind das übergeordnete internationale Sportereignis, während eine einzelne paralympische Disziplin darstellt, die ausschliesslich für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen entwickelt wurde. Zu unterscheiden sind die Paralympics zudem von den Special Olympics, welche sich an Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen richten und nach einem anderen Wettkampfprinzip ohne strikte Leistungsklassifizierung ablaufen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer darf an den Paralympics teilnehmen?
Teilnahmeberechtigt sind Athletinnen und Athleten mit anerkannten körperlichen, visuellen oder kognitiven Beeinträchtigungen, die in eine der offiziellen Startklassen eingeteilt werden.
Welche Sportarten für blinde Menschen gibt es bei den Paralympics?
Zu den bekanntesten zählen Goalball, paralympisches Schwimmen, Leichtathletik mit Guide sowie Judo und Skisport mit Begleitperson.
Finden die Paralympics am gleichen Ort wie die Olympischen Spiele statt?
Ja, die Paralympics werden traditionell kurz nach den Olympischen Spielen in derselben Stadt und meist in denselben Sportstätten ausgetragen.