Glossar · P
Taktil ertastbares Piktogramm: Symbole zum Ertasten
Piktogramm, taktil ertastbar, bezeichnet ein erhabenes, meist standardisiertes Symbol, das nicht nur gesehen, sondern auch mit den Fingern ertastet werden kann. Solche Piktogramme kommen an Beschilderungen, in Gebäuden oder auf Bedienelementen zum Einsatz und vermitteln Informationen unabhängig vom Sehvermögen. Häufig werden sie mit Braille-Beschriftungen kombiniert, um zusätzliche Klarheit zu schaffen.
Wie funktioniert Piktogramm, taktil ertastbar?
Taktile Piktogramme funktionieren nach dem Prinzip der Reliefdarstellung: Ein Symbol wird als erhabene Fläche oder Kontur gestaltet, sodass es sich klar vom umgebenden, flachen Untergrund abhebt.
Wichtige Gestaltungsprinzipien sind:
- Vereinfachte Formen: Reduzierte, klare Konturen statt detailreicher Abbildungen
- Ausreichende Erhabenheit: Eine spürbare Höhe, damit das Symbol zuverlässig ertastet werden kann
- Kontrastreiche Gestaltung: Zusätzlich gute visuelle Erkennbarkeit für Menschen mit Restsehvermögen
- Kombination mit Braille: Ergänzende Beschriftung für eindeutige Zuordnung
Typische Anwendungsbeispiele sind WC-Kennzeichnungen, Notausgangssymbole, Bedienelemente in Aufzügen oder Hinweisschilder in öffentlichen Gebäuden.
Warum ist Piktogramm, taktil ertastbar wichtig?
Taktile Piktogramme sind ein wichtiges Element barrierefreier Beschilderung, weil sie Informationen unmittelbar und ohne Umweg über eine dritte Person zugänglich machen.
- Schnelle Orientierung: Wichtige Hinweise wie Notausgänge werden sofort erkannt.
- Unabhängigkeit: Betroffene können Gebäude ohne fremde Hilfe erschliessen.
- Universeller Nutzen: Klare Symbole helfen auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Sprachbarrieren.
- Risiko bei schlechter Umsetzung: Zu kleine oder unklare Symbole verfehlen ihren Zweck.
Wie wirksam solche Piktogramme im Alltag tatsächlich sind, lässt sich am besten durch Digitale Barrierefreiheit mit sehbeeinträchtigten Personen überprüfen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Das taktil ertastbare Piktogramm ist eng verwandt mit der , mit der es häufig kombiniert wird, um Symbole eindeutig zu beschriften. Es basiert zudem auf dem Prinzip der , also der Fähigkeit, Informationen über den Tastsinn zu erfassen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wo werden taktile Piktogramme häufig eingesetzt?
Häufig an Türen, Aufzügen, Notausgängen, WC-Anlagen und in öffentlichen Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr.
Reicht ein taktiles Piktogramm allein für die Orientierung?
Meist wird es mit Braille-Beschriftungen und guten Kontrasten kombiniert, um für unterschiedliche Bedürfnisse verständlich zu sein.
Gibt es Normen für taktile Piktogramme in der Schweiz?
Ja, unter anderem die SIA-Norm 500 enthält Vorgaben für die barrierefreie Gestaltung von Beschilderungen und Symbolen.