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Zweitkanal: Zusätzliche Toninformationen gezielt übertragen
Zweitkanal bezeichnet einen separaten Audiokanal, über den zusätzliche akustische Informationen wie eine Audiodeskription übertragen werden, ohne den Originalton einer Sendung, eines Films oder einer Veranstaltung zu verändern. Nutzerinnen und Nutzer können den Zweitkanal individuell zuschalten, etwa über Kopfhörer oder ein Empfangsgerät. Er ist ein zentrales technisches Element, um blinden und sehbeeinträchtigten Menschen barrierefreien Zugang zu Bewegtbild- und Live-Inhalten zu ermöglichen.
Wie funktioniert Zweitkanal?
Beim Zweitkanal wird zusätzlich zum regulären Ton ein zweiter, unabhängiger Audiostream bereitgestellt. Dieser enthält meist eine Audiodeskription, also gesprochene Beschreibungen visueller Handlungselemente, die in den Sprechpausen des Originaltons eingefügt werden.
Technisch wird der Zweitkanal je nach Anwendung unterschiedlich übertragen:
- Im Fernsehen: Über einen zuschaltbaren Audiokanal (z. B. Dolby Digital 2. Tonspur).
- Im Kino: Über spezielle Kopfhörer, die das beschreibende Signal drahtlos empfangen.
- Bei Live-Veranstaltungen: Über ein Funksystem mit Empfänger und Ohrhörer, sodass Personen mit Sehbehinderung dem Geschehen auf der Bühne folgen können.
Wichtig ist, dass der Zweitkanal den Originalton nicht ersetzt, sondern ergänzt – Nutzende entscheiden selbst, ob sie ihn aktivieren.
Warum ist Zweitkanal wichtig?
Der Zweitkanal macht Filme, Theateraufführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen für Menschen mit Sehbehinderung erst richtig zugänglich, da visuelle Informationen sonst verloren gehen würden.
- Gleichberechtigter Zugang: Ermöglicht das Miterleben von Kultur- und Medienangeboten ohne Einschränkung.
- Flexibilität: Andere Zuschauende werden durch den Zweitkanal nicht gestört.
- Gesetzliche Relevanz: In der Schweiz fördert unter anderem das barrierefreie Angebote im Rundfunk.
- Risiko bei fehlender Umsetzung: Ohne funktionierenden Zweitkanal oder korrekt eingesprochene Audiodeskription bleiben Veranstaltungen für Betroffene unzugänglich.
Damit der Zweitkanal bei Veranstaltungen technisch einwandfrei funktioniert und die Audiodeskription inhaltlich hohen Qualitätsansprüchen genügt, bietet Blindklusiv im Rahmen von barrierefreien Veranstaltungen eine entsprechende Qualitätssicherung an.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Der Zweitkanal ist eng mit der verknüpft: Während die Audiodeskription den Inhalt der gesprochenen Beschreibung bezeichnet, ist der Zweitkanal die technische Übertragungsart, über die diese Beschreibung zu den Nutzenden gelangt. Abzugrenzen ist er auch vom , bei dem die akustische Information die alleinige Führung durch einen Ort darstellt und nicht als zusätzlicher, zuschaltbarer Kanal zu einem visuellen Hauptinhalt dient.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was wird über den Zweitkanal übertragen?
In der Regel eine Audiodeskription, also gesprochene Beschreibungen visueller Inhalte, die zusätzlich zum Originalton laufen.
Stört der Zweitkanal andere Zuschauende?
Nein, da er individuell über Kopfhörer oder Empfangsgeräte zugeschaltet wird und den regulären Ton für alle anderen unverändert lässt.
Wo kommt der Zweitkanal typischerweise zum Einsatz?
Im Fernsehen, im Kino sowie bei Theater-, Konzert- und anderen Live-Veranstaltungen.